70 Jahre ARD

1950: Geburtsstunde der ARD in Bremen

Am 9. und 10 Juni 1950 hatten sich während einer Tagung in Bremen sechs Radiosender zusammengetan, um eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Es war die Geburtsstunde der ARD. 

Die ARD-Gründungsmitglieder: Geerdes (RB), Int. von Scholtz (BR), als Gast: Prof. Dr. E. Zechlin, s. Z. design. Dir. des Hans-Bredow-Institutes, Generaldir. Grimme (NWDR), Int. Beckmann (HR)
Die Herren der ersten Stunde: Geerdes (RB), Int. von Scholtz (BR), als Gast: Prof. Dr. E. Zechlin, s. Z. design. Dir. des Hans-Bredow-Institutes, Generaldir. Grimme (NWDR), Int. Beckmann (HR) Bild: DRA/SDR

Sechs Gründungsanstalten

Auf der Bremer Tagung der westdeutschen Rundfunkanstalten am 9. und 10. Juni 1950 schließen die sechs Gründeranstalten, NWDR, BR, HR, RB, SDR und SWF, eine "Vereinbarung über die Errichtung einer Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland" als Gründungssatzung der ARD. Die Satzung sieht vor, dass RIAS Berlin mit beratender Stimme hinzugezogen werden kann. Nach Billigung durch die Gremien aller Rundfunkanstalten tritt die Vereinbarung am 26. Juli in Kraft. Am 5. August 1950 kommen die Intendanten in München zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen.

Das Kürzel "ARD" wird erst 1954 eingeführt. Das Ziel des Zusammenschlusses der Rundfunkanstalten bleibt über die Jahrzehnte im Kern gleich: nämlich die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen sowie die Zusammenarbeit bei der Herstellung und dem Austausch von Programmen.

Zusammenarbeit innerhalb der ARD

Zu den gemeinsamen Sendungen und Programmen gehören heute allen voran Das Erste und die Tagesschau, aber auch Angebote wie die ARD Mediathek und neue Projekte wie das gemeinsame Kulturangebot, das im Jahr 2021 an den Start gehen soll.

Die Zusammenarbeit innerhalb der ARD betrifft nicht nur das Programm, sondern auch Organisationsstrukturen. Dazu gehört zum Beispiel der gemeinsame Erwerb von fiktionalen Programminhalten über die Gemeinschaftseinrichtung Degeto, der Ankauf von Sportrechten über die Agentur SportA, die Zusammenarbeit bei bundespolitischer Berichterstattung im ARD-Hauptstadtstudio und die Organisation des gemeinsamen Deutschen Rundfunkarchivs. Auch die Programmdirektion von Das Erste und die Redaktion von Tagesschau und Tagesthemen, ARD aktuell, sind Gemeinschaftseinrichtungen, deren Gründung nur durch die Zusammenarbeit in der ARD möglich wurde.

Blick zurück – aber auch nach vorn

"Wir blicken gerne auf die vergangenen Jahrzehnte zurück und sind stolz, ein Teil der bundesdeutschen Geschichte und der Menschen im Land zu sein", sagt ARD-Vorsitzender Tom Buhrow zum Jubiläum der "Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland". "Natürlich schauen wir im Jahr 2020 vor allem auch nach vorne. Die ARD entwickelt sich so schnell und grundlegend weiter, wie sie es noch nie getan hat." So werde die Kooperation zwischen den Landesrundfunkanstalten künftig noch zunehmen – bei gleichzeitiger Wahrung der regionalen Profile. "Dass das in so vielen Bereichen so gut klappt, zeigt, dass die Gründung der ARD vor 70 Jahren eine wichtige und richtige Entscheidung war. Sie bündelt unsere Stärken."

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